Guerel Sahin, Fotograf und Jack Wolfskin Partner

Dass man mit Ehrgeiz und Leidenschaft alle lang gehegten Träume wahr werden lassen kann, beweist Fotograf Guerel Sahin. Der Kaiserslauterer feiert genau wie Jack Wolfskin dieses Jahr seinen vierzigsten Geburtstag. Doch wie kam es zu der Zusammenarbeit und was hat Guerel dazu bewegt, seine Karriere über den Haufen zu werfen, um sich der Landschaftsfotografie zu widmen?

Guerel Sahin mit seinem Hund auf einer Bank vor einer Hütte sitzend

Eine feste Verbindung

Es war kein Zufall, dass sich die Wege von Guerel Sahin und Jack Wolfskin kreuzten. Der ambitionierte Fotograf wusste genau, was er wollte: Zusammenarbeiten mit Jack Wolfskin. Damals, vor circa zehn Jahren, waren Influencer-Kooperationen mit großen Marken noch nicht so gängig. Doch Guerels Hartnäckigkeit und sein wiederholtes Nachfragen brachten ihm letztendlich die Kooperation mit seiner Lieblings-Outdoormarke. „Ich habe Jack Wolfskin einfach so lange genervt, bis sie angefangen haben, mit mir zu arbeiten.“

Als ihm sein erstes Outfit zum Fotografieren geschickt wurde, war ihm klar, dass seine Mühen belohnt werden. Seitdem konnten Jack Wolfskin und Guerel gemeinsam wachsen. Inzwischen ist er ein Jack Wolfskin Partner und verantwortlich für eine Vielzahl der Produkt-Shootings.

ein unglaublicher ausgetrockneter Salzsee mit Blick auf den Horizont

Glück im Unglück

Guerel Sahin wusste als junger Mann – wie so viele von uns – nicht genau, wo sein beruflicher Weg hinführen soll. Aus diesem Grund entschied er sich für den Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen“, denn danach standen viele Türen offen und er entschied sich für die Arbeit auf dem Bau. 

Erst auf der Hochzeit seines Bruders wurde der Grundstein für Guerels heutigen Weg gelegt. Er beobachtete den Hochzeitsfotografen und war sofort inspiriert. Wenig später kaufte sich Guerel seine erste eigene Spiegelreflexkamera und ließ die Welt der Fotografie nie wieder gehen.

unglaubliche rot / rosa Flamingokulisse mit Sicht auf die Berge
“Ich habe einfach nichts für mich gefunden und habe mit 27 Jahren meine erste Spiegelreflexkamera gekauft.”

Die nächsten drei Jahre fokussierte er sich voll auf das Fotografieren, feilte an seinen Fähigkeiten und ihm wurde klar, dass er diese neue Leidenschaft zum Beruf machen möchte. Der erste Schritt war es, seinen ehemaligen Chef davon zu überzeugen, für dessen Webseite Fotos zu machen. Drei Monate später half Guerel doch noch einmal auf der Baustelle aus und genau an diesem Tag fiel Guerel bei einem Arbeitsunfall sechs Meter tief durchs Dach und gewann dadurch eine lebensverändernde Erkenntnis. 

“Mach es jetzt einfach. Theoretisch könnte dein Leben schon morgen vorbei sein.”

Zwar verletzte sich Guerel zum Glück nicht ernsthaft, aber ihm wurde bewusst, wie schnell das eigene Leben enden kann. Im Einverständnis mit seinem Arbeitgeber wurde entschieden, dass er dem Bau den Rücken kehren und sich selbstständig machen würde.

“Man weiß nicht alles. Man muss es einfach machen. Und wenn es nicht klappt, dann geht die Welt ja auch nicht unter.”
eine wunderschöne Alpakka-Herde mit Blick auf die hohen Schnee bedeckten Berge

Ein steiniger Weg

Die Entscheidung war getroffen und nun hieß es für Guerel mit dreißig Jahren, sein Leben neu zu strukturieren. Er zog zurück zu seinen Eltern und verzichtete auf jeglichen Luxus. Dabei hatte er ein tiefes Vertrauen in sein Können und seine Entwicklung. Auch wenn Menschen in seiner Umgebung anzweifelten, ob er die richtige Entscheidung getroffen hat, glaubte er daran und hielt an seinem Plan fest.

“Was man am Anfang verdient, das reicht nicht, um zu leben.”

Es gibt verschiedene Strategien, um die eigenen Fähigkeiten auszubauen. Guerel fand seine ganz eigene Methode, um an seiner Fotografie zu arbeiten. Er suchte sich die Bilder seiner Lieblingsfotografen aus, lieh sich das Auto seiner Eltern und fuhr zu den Aufnahmeorten. Dort schoss er die Bilder nach und verglich diese mit den Originalen. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den Bildern merkte er, dass er ebenso gut ist wie seine Vorbilder. Auch die Resonanz innerhalb damaliger sozialer Netzwerke entwickelte sich rasant.

“Das hat mir geholfen zu realisieren, ich kann es schaffen.”
ein Bergsee spiegelt leicht blau die hohen Berge wider

Schlechtes Wetter sorgt für Stimmung

Was für Guerel ein gutes Foto ausmacht, ist gar nicht so einfach zu sagen. „Es muss berühren“, sagt er. Besonders bei der Landschaftsfotografie spielen der richtige Aufbau des Bildes und die richtige Stimmung eine sehr wichtige Rolle. 

“Was ich sehr schätze, ist schlechtes Wetter.”
Blick vom Gipfel hinunter auf die Berge, Wolken ziehen majestätisch hindurch

Guerel rät jedem angehenden Fotografen zuerst klar zu erkennen, welches Objekt im Vordergrund steht und dann einen Rahmen darum zu basteln. Er selbst beschreibt seinen Fotografiestil als stimmungsvoll, farbenfroh und kühl.

“Mein größter Traum ist es, nach Amerika auszuwandern und meine Agentur weiter auszubauen.”

Guerels Karriere und der Zusammenarbeit mit Jack Wolfskin stehen noch viele spannende Stationen bevor und beide Parteien freuen sich auf alles, was kommt.

eine steinige Landschaft wie aus einem Western, Blick von oben ins Tal