So weit die Pfoten tragen: Mit dem Schlitten durchs finnische Lappland

    Eine weiße, weite Winterlandschaft rauscht an dir vorbei, der Wind pfeift in deinen Ohren, du erlebst ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit… Als ein Fleckchen unberührter Natur ist Lappland ein magischer Ort in Europa – und nicht umsonst eine beliebte Anlaufstelle für Abenteurer. Eine ganz besondere Möglichkeit, das nördliche Finnland zu erleben, ist eine Tour mit dem Hundeschlitten. Wir haben ein paar Tipps, wie du so eine Reise angehen kannst.

    Zwei Männer in Winterausrüstung fahren auf einem Hundeschlitten durch verschneite Landschaften
    Nichts für schwache Nerven: Eine Hundeschlittentour ist das perfekte Abenteuer im Winter!

    Die Auswahl des Ortes



    Im finnischen Lappland gibt es ein großes Angebot an Schlittentouren. Um zu so einer Schneesafari aufzubrechen, hast du mehrere Möglichkeiten. Drei Orte sind besonders gut zu erreichen und außerdem die besten Startpunkte für Hundeschlittentouren aller Art.

    Zum Beispiel von der Stadt Rovaniemi aus. Als Hauptstadt der Region hat der Ort mit rund 60.000 Einwohnern auch noch abseits des Schneeabenteuers einiges zu bieten. Außerdem ist er gut zu erreichen: Mit Stopover in Helsinki kann man ganz einfach nach Rovaniemi fliegen. Etwas budgetfreundlicher ist es, von Helsinki aus den Bus gen Norden zu nehmen. Das dauert dann aber circa 12 Stunden.

    Levi ist etwas abgelegener und perfekt, wenn Du dem Trubel einer Stadt entgehen willst und dir eher nach Holzhütte und Kamin zumute ist. Als größtes Wintersportzentrum Finnlands sind natürlich auch von hier aus Schlittentouren möglich. Wegen seiner abgelegenen Lage ist Levi aber auch etwas schwieriger zu erreichen. Wenn du zum nahegelegenen Flughafen Kittilä fliegst, geht es danach mit Taxi oder Bus weiter. Der nächste Bahnhof in Kolari ist nämlich etwa eine Stunde Autofahrt entfernt.

    Das kleine Dorf Saariselkä zählt nur 311 Einwohner. Der kleine Ort ist so weit von größeren Städten und betriebsamer Infrastruktur entfernt, dass die Rentier- und Hundesafaris quasi mitten in der Natur starten. Saariselkä erreichst du ebenfalls per Bus vom Flughafen Ivalo aus.

    Die richtige Zeit

    Die optimale Reisezeit ist natürlich der Winter, klar. Am besten reist du nicht vor Dezember, sonst läufst du Gefahr, dass noch nicht genug Schnee liegt, auf dem die Schlitten durch Lappland gleiten können. Am teuersten ist der Trip kurz vor Weihnachten, denn dann sind besonders viele Familien unterwegs. Januar und Februar bieten sich an. Die Monate liegen genau zwischen Weihnachten und der Ski-Hochsaison im März, sind deshalb vergleichsweise günstig und nicht zuletzt eine schöne Möglichkeit, dem grauen Winter bei uns zu entkommen.

    Die richtige Tour

    Sei dir im Vorfeld im Klaren darüber, was dich erwartet: Denn du fliegst mit bis zu 30 km/h auf deinem Schlitten über zugefrorene Seen und durch verschneite Wälder – das ist nichts für schwache Nerven und sorgt für einen ordentlichen Adrenalinkick! Die Dosis kannst du dir dabei selbst aussuchen: Ob du nur einige Stunden unterwegs sein möchtest oder dich einige Tage in die eisige Natur begeben möchtest, liegt ganz bei dir. Grundsätzlich handelt es sich bei Huskyschlittentouren um Gruppenreisen mit bis zu 10 Personen. Du kannst die Trips auch alleine buchen, doch das ist oft deutlich teurer, und gerade bei mehrtägigen Touren geht dann der einmalige Gemeinschaftssinn verloren, den das Reisen mit dem Hundeschlitten eigentlich mit sich bringt. In jedem Fall stehen dir erfahrene Tourguides zur Seite, die dich anleiten, dich mit den Hunden vertraut machen und dir ihre Heimat Lappland zeigen.

    Mehrtägige Huskytouren starten an einem der erwähnten Urlaubsorte. Nach einer ersten Nacht im Hotel wirst du von deinem Guide abgeholt und das Abenteuer kann losgehen. In drei bis sechs Stunden auf dem Schlitten bringen dich die Hunde von Blockhütte zu Blockhütte. Diese traditionellen Unterkünfte sind mit Holzöfen und Saunen ausgestattet. So kannst du dich am Abend nach vielen Kilometern auf dem Eis ordentlich aufwärmen. Es wird gemeinsam gekocht, das Wasser kommt aus nahegelegenen Seen und Flüssen – ein besonders ursprüngliches Erlebnis.

    Die Hunde lernst du bei Fütterung und Pflege kennen. In diesem Kontext werden sie viel mehr als nur Haustiere: Ihr seid aufeinander angewiesen, sie werden deine Partner, deine Verbündeten und vielleicht sogar deine Freunde.

    Zwei Männer auf einem Hundeschlitten in verschneiter Landschaft
    Schlittenhunde liegen im Schnee und entspannen sich
    1. + 2. Manchmal brauchen die Hunde eine Pause – und du musst selbst ran.

    Wenn dir nach einer etwas ruhigeren Alternative in nicht ganz so abenteuerlich abgelegener Kulisse zumute ist, ist der Rentierschlitten eine gute Alternative. Die gemächlichen Tiere ziehen dich in gemütlicher Geschwindigkeit durch den Schnee – und lassen sich danach gerne ausgiebig von dir streicheln. Hier handelt es sich meistens um eintägige Touren, ebenfalls mit erfahrenen Tourguides, die oft dem indigenen Volk der Lappen angehören und eine lange Rentiertradition pflegen. Du startest auf einer Rentierfarm, wo dir die Guides etwas über ihre Tiere erzählen. Dann hast du die Wahl zwischen Touren von einer Stunde bis hin zu ganztägigen Ausflügen, die je nach Wunsch auch eine warme Mahlzeit beinhalten. Nachttouren sind ein echtes Highlight, hier hast du mit etwas Glück die Chance, grüne Polarlichter über den Himmel tanzen zu sehen!

    Die richtige Ausrüstung

    Bei aller Liebe zu Lappland: Es ist dort richtig kalt. Damit du deine Tour also in vollen Zügen genießen kann, brauchst du eine Ausrüstung, die dich auch bei stundenlangem Aufenthalt im Freien vor der Kälte schützt. Die leichte, aber sehr warme Daunenjacke Helium Stardust passt in jedes Reisegepäck und ist ein wichtiges Basic. Die wind- und wasserabweisende Jacke The Cook ist dank gefüttertem Schneefang und Sturmkapuze auch für den rauen Winter nördlich des Polarkreises geeignet. Und die Sky Thermic Jacket oder der Scandic Pullover werden wärmende Lagen unter der Jacke. Gegen kalte Füße auch bei Schnee und Eis helfen die Schuhe Thunder Bay und Vancouver, denn sie sind warm gefüttert und geben mit Winterwandersohle sicheren Halt – und den kannst du in Lappland gut gebrauchen.

    Wenn dir der Winter zu Hause zu grau und zu eintönig ist, warten in Nordfinnland endlose Weiten und ein Gefühl absoluter Freiheit auf dich. Ein Urlaub gefüllt mit Tagen auf dem Hundeschlitten und Abenden in der Sauna verspricht magische Erlebnisse, an die du dich noch jahrelang erinnern wirst!