Fair far away – Besser fernreisen

    Es zieht uns immer wieder in die Welt. Und wer etwas von ihr sehen will, ist meistens auf ein Flugzeug angewiesen – leider sind dessen Emissionen ein echter Klimakiller. Außerdem werden ca. 80% der Reisen in Entwicklungs- und Schwellenländer von internationalen Reiseveranstaltern organisiert, die dann den Profit machen anstatt der Bevölkerung vor Ort. Die gute Nachricht: Zu Hause bleiben musst du deswegen nicht. Du hast nämlich durchaus ein paar Möglichkeiten, Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Wir zeigen dir, wie!  

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    1. Information is key

    Sich gut vorzubereiten, lohnt sich. Anstatt mal eben schnell das nächste Hotel zu buchen, kannst du ein bisschen Zeit in die Recherche einer nachhaltigen Unterkunft investieren – denn die sind nicht mal unbedingt teurer. Das von verschiedenen Reiseverbänden und -veranstaltern getragene Projekt Green Travel Transformation hat eine einheitliche Kennzeichnung entwickelt, die es erleichtert, nachhaltige Reiseangebote zu finden.

    Aber nicht nur die sorgsame Auswahl der Unterkunft gehört zum verantwortungsvollen Reisen. Neben einem grundsätzlichen Verständnis der politischen Lage solltest du auch ganz banale Dinge des alltäglichen Lebens wissen, bevor du in ein fremdes Land reist: Wie kleidet man sich angemessen? Welche Gepflogenheiten gibt es? Wie leben und arbeiten die Menschen vor Ort? Welche Traditionen gibt es? Wie begrüßt man sich? Wenn du solche Dinge weißt, kannst du Land und Leuten respektvoll begegnen – und gleiches wird dir entgegenkommen.

    2. Selten fliegen, länger bleiben

    Das große Hin und Her am Himmel belastet unsere Ökosysteme in einem Maße, das kaum vorstellbar ist. 119 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr geflogen – das macht eine Milliarde Tonnen CO₂, die die Flugzeuge in die Luft pusten. Solche Zahlen sind aber kein Grund zur Kapitulation. Du kannst einen Beitrag leisten, indem du zum Beispiel nur jedes 3. Jahr eine Fernreise machst und dir sonst schöne Reiseziele innerhalb Europas suchst – davon gibt es schließlich wahnsinnig viele. Wenn du dann aber weit fliegst, bleibst du am besten mindestens drei Wochen dort. So lernst du die Gegend eh viel besser kennen als dies in 10 Tagen möglich gewesen wäre.  

    3. Treibhausgase seines Flugs freiwillig kompensieren

    Wie gesagt, man kann nicht immer auf den Langstreckenflug verzichten. Aber man kann ihn kompensieren. Das meint, dass man an anderer Stelle das einspart, was man mit seinem Flug an CO₂ ausgestoßen hat. Dafür gibt es unterschiedliche Modelle und Anbieter. Die meisten setzen auf Investitionen in Aufforstung oder erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz – also auf Ausgleichszahlungen. Mit diesen Geldern werden dann zum Beispiel Solarkocher in Entwicklungsländern zugänglich gemacht. Dadurch wird weniger Holz verbrannt und das CO₂ bleibt in den Bäumen, statt in die Atmosphäre zu gelangen – immerhin eine kleine Möglichkeit, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.

    4. Mit dem Frachtschiff reisen

    Am besten ist es natürlich, gar nicht erst zu fliegen. Wer Zeit und Lust auf ein anderes Abenteuer hat, kann auch auf einem Frachter anheuern – garantiert Jet-lag-frei. Die großen Containerschiffe haben meistens Kapazitäten, neben ihren Gütern auch Privatpersonen mitzunehmen und es gibt zahlreiche Angebote, in alle erdenklichen Teile der Welt zu gelangen. Zwar stoßen die großen Kreuzer auch Schadstoffe aus, aber immerhin erzeugt kein Verkehrsmittel weniger CO₂ pro Passagier bzw. transportiertem Gewicht.  

    Zeit ist das A und O bei so einem Vorhaben. Denn eine Schiffsreise ist die Entdeckung der Langsamkeit, eine Übung in Entschleunigung. Fernab von Internet und Handyempfang kommst du hier so richtig zur Ruhe. An Deck kannst du dir beim Blick auf den blauen Horizont alle Alltagssorgen aus dem Kopf pusten lassen – es geht eben nicht darum, schnell anzukommen. Vielmehr ist der sprichwörtliche Weg das Ziel.

    5. Lokale Anbieter fördern

    Anstatt deine Reise mit großen internationalen Reiseveranstaltern zu planen, kannst du dich besser an lokale Anbieter wenden. Dann landet dein Geld nämlich dort, wo es gebraucht wird: im Reiseland selbst. Gleiches gilt auch, wenn du vor Ort einkaufen gehst. Statt ein schnelles Mitbringsel am Flughafen zu kaufen, kannst du ortsansässige Händler und Handwerker unterstützen. Statt dir einen kurzen Snack bei einer globalen Fast-Food-Kette zu holen, kannst du die regionale Küche entdecken und einheimische Restaurants aufsuchen – schmeckt eh besser. Wenn du dein Konsumverhalten kritisch hinterfragst, hat dein Reiseland schon halb gewonnen.

    Verantwortung fängt aber natürlich schon zu Hause an. Unsere nachhaltigen Produkte aus recycelten Materialien sind tolle und nützliche Begleiter sowohl in deinem Alltag als auch auf deiner nächsten Fernreise, auf die du also nicht verzichten musst – solange du das Verantwortungsgefühl im Gepäck hast!