gemeinsam zu Klimaschützern werden

    Ein Huhn, ein milder Winter, ein Ei – was hat das alles mit einer großen Reise zu tun? Und warum kehren wir als Klimaschützer zurück und stellen unser eigenes Leben völlig auf den Kopf?

    Einmal um die Welt: Eine Familie folgt den Spuren des Klimawandels und begegnet dem abstrakten Thema auf einer authentischen und persönlichen Ebene. In Paulas Reise oder wie ein Huhn uns zu Klimaschützern machte“ (Verlag Friedrich Oetinger) gibt die Familie Steingässer Tipps, wie man dem Thema Klimaschutz im Alltag begegnen kann. Autorin Jana Steingässer liefert hier eine kurze Zusammenfassung für kleine und große Klimahelden.

    Zugegeben, es klingt ein bisschen verrückt. Nur weil unsere Junghenne Emma mitten in einem besonders milden und sonnigen Winter ihre ersten Eier legt und auch noch zu brüten beginnt, packen wir unsere Reiserucksäcke und brechen auf in die Welt? Fast! Als Fotograf und Autorin befassen wir uns seit vielen Jahren mit dem Thema Klimawandel. Und der kam mit Emmas Eiern buchstäblich in unserem Garten an.  

    Augen davor verschließen? Unmöglich! Stattdessen beschlossen wir, gemeinsam mit unseren Kindern unterwegs herauszufinden, was es eigentlich bedeutet, wenn es im Durchschnitt zwei Grad wärmer wird auf unserem Planeten, wie heute schon Menschen, Tiere, Pflanzen, ganze Ökosysteme und Wirtschaftszweige von Klimawandel betroffen sind und vor allem, welche Lösungen es für diese größte Herausforderung unserer Zeit gibt.

    Auf fast allen Reisen begleiten uns Paula, Mio, Hannah und Frieda. Sie sind schon auf Hundeschlitten durch Ostgrönland gereist, haben mit samischen Rentierhirten in den Bergen gezeltet, sind zu Fuß über die Alpen gelaufen - bis nach Italien. In Marokko haben sie auf dem Rücken von Kamelen die Sahara kennengelernt, zwei Wochen lang sind sie auf Bergpferden durch Albanien geritten und in Island haben sie bei Sturm und Regen zwischen Vulkanen gezeltet.

    In „Paulas Reise oder wie ein Huhn uns zu Klimaschützern machte“ berichtet Paula davon, was sie unterwegs alles erlebt und gesehen hat. Kinder und jugendliche Leser erfahren darin, was eigentlich Klima und Wetter sind, wie das Klimasystem unserer Erde funktioniert, wie wir Menschen darauf Einfluss nehmen,  warum das Thema uns alle betrifft und vor allem wie jeder einzelne von uns zum Klimahelden werden kann. Und das ist viel einfacher, als ihr vielleicht denkt. So sieht das bei uns aus:

    E+M+E

    Das ist keine Rechenformel und auch kein geheimes Kürzel von Verliebten, sondern steht für Ernährung (was wir essen), Mobilität (wie wir uns fortbewegen) und Energie (woher unser Strom kommt und unsere Heizwärme). Das sind die drei großen Bereiche, in denen du dein Leben und das Leben deiner Familie ein bisschen aufmischen kannst – mit kleinen Dingen im Alltag, in der Schule und in der Nachbarschaft.

    In unserer Familie hat jeder sein eigenes EMElchen. Das ist mal größer und mal kleiner, mal ist es ein bisschen faul und mal megasuperoberehrgeizig und erfinderisch.

    Paulas Emelchen isst kein Fleisch und keine tierischen Produkte mehr. In seinem Dickkopf hat es einen Konsumfilter eingebaut. Der sorgt dafür, dass Paula immer erst einmal überlegt, ob sie etwas wirklich kaufen will oder ob sie es nicht schon zu Hause hat oder sich ausleihen kann. Paula und ihr Emelchen sind Gärtner geworden, um schön viel Obst und Gemüse für die ganze Familie zu organisieren, ohne dass es extra über lange Strecken hergebracht werden muss. Und in einem sind Paula und ihr Emelchen sich absolut einig: Flugzeuge betreten sie nur noch im absoluten Notfall. Lieber machen sie es sich auf langen Zugfahrten gemeinsam gemütlich. Weil die beiden sich so prächtig verstehen, sind sie mittlerweile ein fast unschlagbares Team beim Diskutieren und gehen gerne auf Demonstrationen, um diejenigen Menschen, die wichtige Entscheidungen für die ganze Menschheit treffen, zu mehr Klimaschutz zu bewegen. Zum Beispiel dazu, endlich keine Kohle mehr abzubauen und als Energiequelle zu nutzen.

    Friedas Emelchen hat einen grünen Daumen. Was es gemeinsam mit Frieda pflanzt, das wächst gut. Die beiden haben außerdem einen kleinen Wettkampf begonnen: Wer am Ende des Monats am wenigsten Müll hinterlässt, hat gewonnen. Beide lieben Tiere heiß und innig. Deshalb essen sie vegetarisch. Weil Frieda aber auch ein Gemüsemuffel ist, muss ihr Emelchen ihr das Grünzeug auf dem Teller manchmal extra schmackhaft machen. Oder die beiden erfinden Obst- und Gemüsesmoothies, in denen alles landet, was gerade da ist. Sie wissen übrigens ziemlich genau, was sie wollen – oder, besser gesagt, nicht wollen. In ihrer Wunschwelt gibt es viel weniger Autos und Flugzeuge, nur noch ganz wenig Müll, Menschen essen keine Tiere mehr, und Schokolade ist so gesund wie Obst und Gemüse zusammen. „Das geht doch nicht“ lassen die beiden sich nicht sagen.

    Geht nicht, gibt’s für Frieda und ihr Emelchen nicht.

    Von Erwachsenen lassen sie sich nicht einfach sagen, was sie machen sollen, sondern überlegen sich erst einmal, was davon eigentlich sinnvoll ist.

    Mios Emelchen isst ab und zu Fleisch, weil es einfach zu lecker ist. Aber nur noch ganz selten. Es probiert gerne neue Sachen aus und testet sie am liebsten an anderen: selbst gemachte Schokocreme, eigene Marmeladen-Erfindungen (schon mal von Marmelade aus grünen Tomaten gehört?) oder Shampoo aus Roggenmehl. Und es ermutigt Mio, andere Leute zu löchern. Den beiden fallen immer wieder Fragen ein, weil sie genau wissen wollen, wie etwas funktioniert oder warum manche Sachen schief laufen und was man daran ändern kann. Weil Mios Emelchen Müll zum Beispiel richtig blöd findet, hat Mio eine MAG gegründet. Eine Müll-Aufsammel-Gesellschaft. Ihre Mitglieder sammeln Müll im Dorf, auf Spielplätzen, Wiesen und im Wald und bringen ihn dorthin, wo er hingehört: in die Tonne. Mio und sein Emelchen wollen aber, dass gar kein Müll mehr entsteht. Weil beide Meerestiere lieben und Mio sogar Tierforscher werden will. Seit Mio und sein Emelchen das Imkern lernen, bringen sie übrigens auch frischen Honig mit nach Hause. Lecker!

    Und jetzt seid ihr dran. Wie sieht euer EMElchen aus? Und wie könnt ihr gemeinsam zu Klimaschützern werden?   

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