Wandern und Fliegen im Lake District

08.09.2014

Wandern und Fliegen im Lake District

Computer, Arbeit, Termine, ... und draußen scheint die Sonne! Mein Gleitschirm starrt mich in seiner Tasche quer durch den Raum an und fragt: „Was zur Hölle machst Du drinnen an einem solchen Tag?!“

Ich lasse die Jalousien herunter, doch ich kann noch immer die Bergspitzen und jede Menge blauen Himmel sehen. Das tut weh! Doch bald wird es Zeit für einen Flug in der frischen Abendluft und für das ultimative Selfie ...

Flucht zur goldenen Stunde

Am späten Nachmittag hat der Tagtraum-Anteil die 50 %-Marke überschritten. Ich halte es nicht mehr aus, packe meinen Gleitschirm und bin raus. Endlich! Meine Erleichterung ist nicht in Worte zu fassen. Der Wetterbericht hat leichte Winde vorausgesagt. Grassmoor ist ein steiler, felsiger Hügel oberhalb eines Sees im westlichen Lake District. Der Gipfel liegt gerade einmal bei 852 m über N.N., doch es ist noch immer ein ordentlicher Aufstieg. Um es noch ein wenig anstrengender zu gestalten, trage ich den Gleitschirm, den Sitzgurt, einen Ersatzschirm, eine kleine Wasserflasche, Schokoriegel und mein Kameraset – insgesamt 16 kg.

Ich treffe mich mit meinem Kumpel Chris, ebenfalls Gleitschirmpilot, am Fuß des Hügels. Es ist ein wunderbarer, warmer Abend. Außer uns und zahlreichen Schafen ist niemand mehr unterwegs und die Sonne taucht die Berge in ein goldenes Licht – schöner geht es nicht! Auf dem Gipfel machen wir uns schnell bereit um die letzten Böen der abendlichen Aufwinde auszunutzen.

Der Start ist leicht: ein Sprint nach vorne bis der Wind in den Schirm steigt, laufen, laufen, laufen und schon sind wir in der Luft. Unter uns fällt steil der Abgrund ab und plötzlich befinden wir uns hunderte Meter über dem Boden. Chris bleibt in der Nähe der Felsen, während ich in Richtung See fliege um Fotos zu machen.

Das ultimative Selfie

Ich benutze ein spezielles System, um in der Luft von oben Fotos zu machen: Ich befestige meine Kamera an einer extra Schnur, die zu einem Flaschenzug am Flügel führt und ziehe sie hoch in den Schirm, so dass sie direkt nach unten auf mich gerichtet ist. Dann verwende ich eine Fernbedienung zum Auslösen – das ultimative Selfie-System!

Ich bringe mich in große Höhe über den See und versuche während eines Spiral-Sturzfluges Fotos zu machen. Durch starkes Bremsen auf einer Seite dreht sich der Schirm schneller und schneller. Die Beschleunigungskraft presst mich in den Sitzgurt. Es ist reine Glückssache, ob die Fotos gelingen, doch mit einem Weitwinkel-Objektiv und kurzer Belichtungszeit sind die Chancen gut.

Den Rest meines Fluges genieße ich den einmaligen Blick auf die Berge, das Tal und den See, der normalerweise den Vögeln vorbehalten ist. Alle Gedanken an Arbeit und Alltag sind verschwunden. Ich schaffe eine perfekte Landung in der Nähe meines Autos. Die Sonne steht genau am Horizont. Ich denke, jetzt ist es Zeit für ein Bier.

Stuart Holmes

Stuart Holmes

„Jedes neue Abenteuer zeigt dir, was noch alles möglich ist.“

Aufgewachsen in den Bergen, liebt Stuart das Klettern, Gleitschirmfliegen, Skitouring und Berglaufen. Er hat schon viel (üb)erlebt: die Ama Dablam in zwei Tagen bestiegen, einen unberührten Sechstausender bezwungen, beim Segeln dem Hurrikan getrotzt.

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